Eine altersgerechte Wohnung ist heute gefragter denn je – und schwerer zu finden als gedacht. Weniger als drei Prozent der bewohnten Wohnungen in Deutschland sind barrierefrei ausgestattet, und rund zwei Millionen barrierefreie Wohnungen fehlen derzeit bundesweit (Aktion Mensch / Destatis, Stand 2023). Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert, dass diese Lücke bis 2035 auf 3,7 Millionen fehlende Wohnungen anwachsen wird – getrieben vom demografischen Wandel. Wer heute eine altersgerechte Wohnung sucht, steht also vor einem angespannten Markt.
Dieser Artikel erklärt, was eine altersgerechte Wohnung konkret auszeichnet, welche Wohnformen es gibt, was der Umbau kostet, welche Förderung es gibt und worauf man bei der Suche achten sollte.
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Was eine altersgerechte Wohnung auszeichnet
„Altersgerecht“ ist kein einheitlich geschützter Begriff. Er wird für Wohnungen verwendet, die in bestimmten Kriterien besser zugänglich sind als der Durchschnitt – von der einfachen Haltestange im Bad bis zur vollständigen Barrierefreiheit nach DIN 18040-2. Der Unterschied ist erheblich.
Die DIN 18040-2 ist die wichtigste technische Norm für barrierefreie Wohnungen. Sie definiert unter anderem:
- Türbreiten: Lichte Breite von mindestens 90 cm für alle genutzten Türen (Eingangstür, Wohnungstür, Zimmertüren, Bad). Viele Altbauten haben 70–80 cm – zu schmal für Rollstühle und Rollatoren.
- Schwellenfreiheit: Keine Türschwellen, keine Stufen im Zugang zur Wohnung und innerhalb der Wohnung. Auch der Übergang zwischen Innen- und Außenbereich (Balkon, Terrasse) muss schwellenfrei sein.
- Bodengleiche Dusche: Keine Duschtasse oder Badewanne als einzige Waschemöglichkeit. Die bodengleiche, ebenerdige Dusche mit Haltegriffen ist das Minimalstandard für rollstuhlgerechte Bäder.
- Bewegungsflächen: Im Bad mindestens 150 × 150 cm Bewegungsfläche neben WC und Dusche – für Rollstuhl und Rollator ausreichend. In Gängen mindestens 120 cm Breite für die Passage.
- Erreichbarkeit: Stufenloser Zugang zum Gebäude und zur Wohnung. Bei mehrgeschossigen Häusern: Aufzug oder Rampe. Stellplatz für Rollstuhl und Rollator im Eingangsbereich.
- Notrufsystem: Hausnotruf oder vergleichbare Anlage, die im Notfall ohne Aufstehen betätigt werden kann. Häufig als Service im betreuten Wohnen enthalten, auch nachrüstbar als eigenständige Anlage.
Eine Wohnung, die nur einen Teil dieser Kriterien erfüllt, wird häufig als „barrierearme“ oder „seniorengerechte“ Wohnung bezeichnet. Das ist nicht dasselbe wie barrierefrei nach DIN 18040-2. Wer die Wohnung mit Rollstuhl nutzen muss, sollte ausschließlich auf die DIN-konforme Variante achten.
Wohnformen im Alter: Überblick
Es gibt keine einheitliche altersgerechte Wohnung – sondern sehr unterschiedliche Wohnformen, die auf verschiedene Bedarfssituationen und Lebensmodelle zugeschnitten sind.
| Wohnform | Prinzip | Für wen geeignet | Typische Kosten |
|---|---|---|---|
| Altersgerecht umgebaute eigene Wohnung | Umbau der bestehenden Wohnung (Bad, Türen, Zugang) mit Förderung | Wer im vertrauten Umfeld bleiben möchte; bei vorhandener Immobilie | 5.000–40.000 € Umbaukosten vor Förderung |
| Barrierefreie Mietwohnung | Mietwohnung mit DIN-18040-Standards oder annähernd | Mieter, die keine eigene Immobilie haben; Suche lohnt früh | Marktmiete + bis zu 30 % Aufschlag |
| Betreutes Wohnen | Eigene Wohnung + Grundbetreuungspaket (Notruf, Beratung, Hausmeister) | Überwiegend selbstständige Senioren mit Sicherheitsbedürfnis | 800–1.400 €/Monat |
| Seniorenwohnanlage / Wohndorf | Eigene Wohnung + Gemeinschaftsinfrastruktur + zubuchbare Dienste | Aktive Senioren, die Gemeinschaft mit Privatsphäre verbinden wollen | 1.200–1.800 €/Monat |
| Ambulant betreute Wohngemeinschaft | Geteilte Wohnung mit mehreren Personen; ambulante Pflegekräfte vor Ort | Menschen mit Pflegebedarf, die nicht ins Heim möchten | 1.500–2.500 €/Monat |
| Stationäres Pflegeheim | Vollversorgung; eigenes Zimmer oder kleine Wohneinheit | Schwerpflegebedürftige; wenn häusliche Versorgung nicht mehr möglich | Ø 3.245 €/Monat Eigenanteil (vdek, 1.1.2026) |
Eigene Wohnung altersgerecht umbauen: Was typische Maßnahmen kosten
Für viele Menschen ist der altersgerechte Umbau der eigenen Wohnung der erste und bevorzugte Schritt – vertrautes Umfeld, keine Umzugskosten, keine Neuorientierung. Was typische Umbaumaßnahmen kosten und was sie bringen:
- Bodengleiche Dusche (3.000–8.000 €): Das Bad ist der häufigste Ort für Stürze im Alter. Eine bodengleiche Dusche mit Haltegriffen und rutschhemmendem Belag ist die wirksamste Einzelmaßnahme. Kosten hängen vom Aufwand der Fliesenerneuerung ab.
- Haltegriffe Bad (200–600 €): Neben Dusche, WC und Badewanne. Einfach zu installieren, aber Befestigung in tragfähigen Wandpunkten (nicht nur Fliesenkleber) ist zwingend.
- Türverbreiterung (500–2.000 € pro Tür): Nötig, wenn Rollstuhl oder Rollator genutzt wird. Aufwand hängt von der Wandkonstruktion ab – bei tragenden Wänden wesentlich aufwändiger.
- Schwellenabbau / Rampen (300–2.000 €): Kleine Rampen für Eingangsstufen, Rampensysteme für Treppenzugänge. Modulare Systeme sind ohne Baugenehmigung umsetzbar.
- Treppentreppenlift (8.000–20.000 €): Für Eigenheime mit mehreren Etagen, wenn Erdgeschoss keine vollständige Wohnfunktion hat. Alternativ: Plattformlift. Immer Statiker einbeziehen.
- Aufzug im Mehrfamilienhaus (80.000–120.000 € als WEG-Maßnahme): Wenn kein Aufzug vorhanden ist, kann die Eigentümergemeinschaft einen nachrüsten – erhebliche Kosten, die auf alle Eigentümer umgelegt werden. WEG-Reform 2020 hat die Beschlussfähigkeit vereinfacht.
Förderung: Was KfW und Pflegekasse zahlen
Altersgerechte Umbaumaßnahmen sind gut gefördert – von zwei verschiedenen Quellen:
- KfW-Programm 455 (Altersgerecht Umbauen): Zinsgünstiger Kredit bis 50.000 € pro Wohneinheit für altersgerechte Umbaumaßnahmen – auch ohne Pflegegrad, auch für Mieter (mit Zustimmung des Vermieters). Technische Mindestanforderungen orientieren sich an DIN 18040-2. Antrag vor Baubeginn stellen. Seit 2024 wurde das Programmbudget auf 150 Mio. € jährlich verdoppelt (Bundesregierung).
- § 40 SGB XI (Pflegekasse): Bei vorhandenem Pflegegrad bezuschusst die Pflegekasse wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 € pro Maßnahme. Gilt für Haltegriffe, bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, Rampen. Pro Maßnahme kann der Zuschuss mehrfach beantragt werden, wenn die Situation sich ändert.
- Wohngruppenzuschlag § 45f SGB XI: 224 € monatlich für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen (ab Januar 2025). Nicht für alle Wohnformen anwendbar – explizit für gemeinschaftlich organisierte ambulante Pflegesettings.
- Kombinierbarkeit: KfW 455 und § 40 SGB XI können für verschiedene Maßnahmen kombiniert werden. Für dieselbe Maßnahme gilt in der Regel kein doppelter Zuschuss.
Barrierefreie Wohnungen auf dem Mietmarkt finden: Was zu wissen ist
Wer keine eigene Immobilie besitzt oder umziehen möchte, sucht auf einem sehr angespannten Markt. Barrierefreie Wohnungen zur Miete kosten im Durchschnitt rund 19 Prozent mehr als vergleichbare nicht barrierefreie Wohnungen (ImmoScout24, Juli 2025), bei Eigentumswohnungen sind es noch mehr. Die Nachfrage ist 75 Prozent höher als noch vor zehn Jahren.
Was die Suche erleichtert:
Wer sich für das Wohnen in einer Seniorenanlage mit Gemeinschaftsinfrastruktur interessiert, findet beim Thema Wohndörfer für Senioren eine ausführliche Einordnung. Und wer die baulichen Grundlagen des altersgerechten Bauens im Neubau verstehen möchte, findet beim Artikel altersgerecht Bauen die relevanten DIN-Standards und Planungsprinzipien.
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Eine altersgerechte Wohnung entsteht selten von selbst – sie wird entweder gezielt gesucht oder rechtzeitig umgebaut. Wer früh plant, hat die meisten Optionen: die eigene Wohnung anpassen, den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel wählen oder eine Wohngemeinschaft aufbauen. Wer wartet, bis die Situation akut ist, findet sich oft in einem engen Markt mit langen Wartezeiten wieder.
Häufige Fragen
– Unser Beitrag wurde redaktionell mit Hilfe von KI erstellt. –






























