Viele Haushalte zahlen jeden Monat für Strom, der gar nicht genutzt wird. Fernseher im Standby, Router der durchläuft, Spielekonsole im Ruhemodus, Kaffeemaschine mit leuchtendem Display – jedes einzelne Gerät zieht wenig, aber die Summe vieler Geräte über das ganze Jahr ergibt einen nennenswerten Anteil der Stromrechnung. Das Umweltbundesamt schätzt den durch Standby-Betrieb verursachten Verbrauch auf durchschnittlich rund 115 Euro pro Jahr und Haushalt – Geld, das sich mit einfachen Mitteln einsparen lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Standby-Betrieb verursacht im Durchschnitt rund 115 Euro jährliche Mehrkosten pro Haushalt (Quelle: Umweltbundesamt)
- Hauptverursacher: Unterhaltungselektronik, Computer-Peripherie, Spielekonsolen und Netzteile
- Ein Strommessgerät zeigt den tatsächlichen Verbrauch jedes Geräts
- Schaltbare Steckdosenleisten sind die einfachste und günstigste Lösung
- Smarte Steckdosen ermöglichen Fernsteuerung und automatisches Abschalten
Was bedeutet der Standby-Modus?
Elektronische Geräte, die scheinbar ausgeschaltet sind, befinden sich häufig nur im Bereitschaftszustand. Der Standby-Modus hält das Gerät in einem Zustand, aus dem es schnell aktiviert werden kann – durch Fernbedienung, Netzwerksignal oder Zeitplan. Dafür wird dauerhaft eine kleine Menge Strom benötigt.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=oYCXv9rHaxg
Die EU-Ökodesign-Verordnung begrenzt diesen Leerlaufverbrauch für Neugeräte seit 2014 deutlich. Die aktuell geltenden Grenzwerte:
| Gerätetyp | Aktueller Grenzwert |
|---|---|
| Ohne Statusanzeige | 0,5 Watt |
| Mit Informationsanzeige | 1 Watt |
| Internetfähige Geräte (Netzwerkbereitschaft) | 8 Watt |
Neugeräte müssen diese Grenzen einhalten – ältere Geräte ohne diese Vorgaben können deutlich mehr verbrauchen. Das erklärt, warum ein alter DVB-T-Receiver oder eine ältere Spielekonsole oft mehr im Standby zieht als ein moderner Fernseher.

Die größten Standby-Stromfresser im Haushalt

Nicht alle Geräte sind gleich. Die größten Verursacher im Standby-Betrieb:
- Stereoanlagen und HiFi-Geräte – ältere Modelle können im Standby 10 bis 15 Watt ziehen, was sich über ein Jahr erheblich summiert. Neuere Geräte sind deutlich sparsamer, aber auch hier lohnt eine Messung.
- Heimkino-Setup – Fernseher, Soundbar, Receiver und Blu-ray-Player zusammen: Jedes Gerät zieht im Standby, die Summe ist beachtlich. Besonders ältere Receiver sind Problemfälle.
- Computer-Arbeitsstation – PC oder Laptop im Schlafmodus, dazu Monitor, Drucker und externe Festplatten: Alle ziehen dauerhaft Strom, solange sie am Netz hängen.
- DVB-T- und Kabel-Receiver – warten permanent auf Signale und Softwareupdates, teilweise auch nachts. Ältere Geräte haben hier keine modernen Abschaltautomatiken.
- Router und WLAN-Repeater – laufen typischerweise rund um die Uhr und sind daher Dauerverbraucher. Ein Router mit 8 Watt Netzwerkbereitschaft macht auf das Jahr hochgerechnet eine spürbare kWh-Menge.
- Spielekonsolen – besonders kritisch: Viele Konsolen bleiben auch im Ruhemodus online und laden Updates herunter, was den Standby-Verbrauch deutlich erhöht. In den Einstellungen lässt sich das oft deaktivieren.
- Netzteile und Ladegeräte – Smartphone-Ladekabel, Laptop-Netzteile und andere Steckernetzteile ziehen auch ohne angeschlossenes Gerät Strom, solange sie in der Steckdose stecken.
Wie viel kostet Standby wirklich? So rechnet man es aus
Die Berechnung ist einfach. Wer den Verbrauch eines Geräts in Watt kennt, kann die Jahreskosten selbst ermitteln:
Watt × Stunden pro Tag × 365 Tage = Wattstunden pro Jahr ÷ 1.000 = kWh pro Jahr × Strompreis = Kosten pro Jahr
Ein Beispiel: Eine Spielekonsole zieht im Standby 3 Watt, der Ruhemodus ist 22 Stunden täglich aktiv.
3 W × 22 h × 365 Tage = 24.090 Wh = 24,09 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von rund 37 Cent pro kWh (BDEW-Durchschnitt Anfang 2026) ergibt das etwa 9 Euro jährlich – für eine einzelne Konsole im Standby.
Addiert man Router, Fernseher, Receiver, Soundbar, Drucker und weitere Geräte, kommen schnell die vom Umweltbundesamt genannten rund 115 Euro pro Haushalt zusammen.
Der aktuelle Durchschnittsstrompreis für Haushalte liegt laut BDEW (April 2026) bei rund 37 Cent pro kWh. Je nach Tarif kann der eigene Preis davon abweichen – auf der Stromrechnung oder beim Anbieter nachschauen.
Welche Geräte besser ganz ausschalten
Fernseher und Heimkinoanlagen
Moderne Fernseher sind im Standby bereits sehr sparsam – unter 0,5 Watt ist Standard. Ältere Geräte, Receiver und Soundbars sind dagegen oft deutlich hungriger. Nach dem Fernsehen die ganze Leiste ausschalten spart vor allem bei gemischtem, älterem Equipment.
Computer, Laptops und Drucker
Der Schlafmodus eines PCs oder Laptops verbraucht weniger als Standby, trotzdem zieht er Strom. Drucker, die nur selten genutzt werden, lohnen sich nach dem Drucken komplett vom Netz zu nehmen. Auch externe Festplatten und USB-Hubs ziehen dauerhaft Strom, solange sie angeschlossen sind.
Kaffeemaschinen und Wasserkocher
Kaffeevollautomaten mit Heizung, Aufwärmbetrieb oder leuchtendem Display verbrauchen im Standby teils mehrere Watt. Einfach nach dem letzten Kaffee ausschalten oder den Stecker ziehen.
Spielekonsolen
Die Standby-Einstellungen bei Konsolen bieten oft die Option, automatische Updates nur in bestimmten Zeitfenstern zuzulassen oder die Netzwerkbereitschaft zu deaktivieren. Das senkt den Verbrauch im Ruhemodus merklich.
Ladestationen und Netzteile
Netzteile, die dauerhaft in der Steckdose stecken, ziehen auch ohne angeschlossenes Gerät Strom – der sogenannte Leerlaufverlust. Ladegeräte nach dem Laden herausziehen.
Router und WLAN-Repeater
Router laufen meist rund um die Uhr und das ist für viele Haushalte auch sinnvoll. Wer nachts oder bei längerer Abwesenheit auf Internet verzichten kann, schaltet ihn aus – das spart Dauerverbrauch und kann die Lebensdauer verlängern. Für viele Haushalte mit Smart Home oder Überwachungssystemen ist das aber keine Option.

Tipps zur Reduzierung des Standby-Verbrauchs
Die wirksamste Maßnahme ist das vollständige Trennen vom Netz. Je mehr Geräte ganz ausgeschaltet werden statt im Standby zu verbleiben, desto größer die Einsparung. Schaltbare Steckdosenleisten machen das bequem – ein Knopfdruck trennt mehrere Geräte gleichzeitig.
| Lösung | Funktionsprinzip | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Schaltbare Steckdosenleiste | Manuelles Abschalten mehrerer Geräte auf einmal | Alle Haushalte, sofort umsetzbar |
| Master-Slave-Steckdose | Schaltet Slave-Geräte ab, wenn das Master-Gerät ausgeht | PC-Arbeitsplatz: Monitor, Drucker schalten mit PC ab |
| Funksteckdose / smarte Steckdose | Steuerung per Fernbedienung oder Smartphone-App | Geräte an schwer zugänglichen Stellen |
| Zeitschaltuhr | Automatisches Trennen zu definierten Zeiten | Router, Ladestationen nachts abschalten |
Technische Messung: So findet man den eigenen Standby-Verbrauch

Ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Gerät zeigt die Leistungsaufnahme in Watt an. Gute Geräte berechnen auch direkt den Jahresverbrauch und die Kosten auf Basis eines eingegebenen Strompreises. Kosten: zwischen 10 und 30 Euro, oder kostenlos als Verleih bei vielen Verbraucherzentralen.
Vorgehen: Alle relevanten Geräte einzeln messen – im Normalbetrieb, im Standby und komplett ausgeschaltet. Die Unterschiede sind oft überraschend: Manche Geräte verbrauchen ausgeschaltet mehr als andere im Betrieb.
Smart-Home-Steckdosen mit integrierter Verbrauchsmessung ermöglichen eine dauerhafte Überwachung ohne manuelle Messung. Sie zeigen den Tagesverlauf und können unerwartete Verbräuche aufdecken – etwa wenn eine Spielekonsole nachts für Updates aktiv wird.
Raum für Raum: Wo sich das Ausschalten am meisten lohnt
Im Wohnzimmer summiert sich die Unterhaltungselektronik: Fernseher, Soundbar, Receiver und Spielekonsole. Eine einzige schaltbare Steckdosenleiste, die nach dem Fernsehen betätigt wird, trennt alle gleichzeitig.
In der Küche lauern Kaffeevollautomat, Mikrowelle mit Uhr und Wasserkocher mit Display. Diese Geräte brauchen selten permanente Bereitschaft – nach der Nutzung ausschalten.
Im Arbeitszimmer laufen PC, Monitor, Drucker und externe Geräte oft den ganzen Tag, auch wenn nicht gearbeitet wird. Eine Master-Slave-Leiste, die Drucker und Monitor automatisch mit dem PC abschaltet, ist hier die komfortabelste Lösung.
Im Flur oder Keller läuft der Router dauerhaft – oft unvermeidbar. Wer ihn nachts ausschalten kann, spart Dauerverbrauch. Ladestationen für E-Bikes oder andere Geräte nur nach Bedarf aktivieren, nicht dauerhaft unter Strom lassen.
Mehr zu Geräten und deren Effizienz beim Betrieb findet sich im Artikel Stromsparende Haushaltsgeräte. Wer den Verbrauch im Haushalt systematisch angehen möchte, findet im Überblick Energiespartipps für den Alltag weitere Ansatzpunkte.
Häufige Fragen zu Geräten im Standby
Letzte Aktualisierung am 29.07.2026 / Affiliate Links* / Bilder* von der Amazon Product Advertising API, ebenso Artikelbeschreibungen und Preise - keine Gewähr / Platzierung nach Amazonverkaufsrang


































