Ein selbstgemachtes Salatdressing braucht keine zehn Zutaten und keine besondere Technik. Die klassische Vinaigrette besteht im Kern aus drei Dingen: Säure, Öl und Salz. Was man daraus macht, ist eine Frage des Geschmacks – und das ist genau der Vorteil gegenüber dem Fertigdressing aus der Flasche. Man entscheidet selbst, was drin ist, wie sauer, wie würzig, ob mit Senf oder Kräutern.
Dazu kommt: Fertigdressings kommen fast ausnahmslos in Einwegplastikflaschen. Wer Dressings selbst macht und in Schraubgläsern aufbewahrt, spart diese Verpackung komplett.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=FH5BKXR4W7k
Das Grundprinzip: Emulgieren verstehen

Öl und Essig (oder Zitronensaft) mischen sich von Natur aus nicht – sie trennen sich nach kurzer Zeit wieder. Das ist normal und kein Fehler. Man kann das Dressing vor der Verwendung einfach schütteln. Oder man emulgiert: Man gibt einen Emulgator dazu, der die Verbindung stabilisiert.
Der einfachste Emulgator ist Senf – schon ein halber Teelöffel reicht, um eine Vinaigrette deutlich länger stabil zu halten. Honig, Joghurt und Eigelb funktionieren ebenfalls als Emulgatoren. Bei cremigen Dressings auf Joghurt- oder Mayonnaisebasis ist Emulgieren kein Thema, weil die Basis selbst bereits cremig ist.
Die Grundformel für eine klassische Vinaigrette: 1 Teil Säure : 2–3 Teile Öl. Wer es milder mag, nimmt mehr Öl; wer es säuerlicher mag, weniger. Zuerst Säure, Salz und alle anderen Zutaten außer dem Öl verrühren – dann das Öl dazugeben und schütteln oder rühren.
- Schraubglas: Alle Zutaten rein, Deckel drauf, kräftig schütteln. Einfachste Methode, gleichzeitig die Aufbewahrung erledigt. Für Vinaigretten und leichte Dressings ideal.
- Schneebesen: Säure und Zusätze in einer Schüssel verrühren, dann Öl in dünnem Strahl unter ständigem Rühren einarbeiten. Gibt mehr Kontrolle über die Emulsion.
- Stabmixer: Für cremige Dressings oder wenn größere Mengen hergestellt werden. Ergibt besonders glatte Konsistenz.
Basiszutaten: Was man immer im Haus haben sollte

Mit diesen Grundzutaten lassen sich fast alle Varianten abdecken:
- Öle: Olivenöl (kräftig, für mediterrane Dressings), Rapsöl (neutral, für alle Zwecke), Walnussöl (nussig, für Blattsalate), Sesamöl (intensiv, nur in kleinen Mengen für Asia-Dressings)
- Säuren: Weißweinessig (leicht, vielseitig), Apfelessig (mild-fruchtig), Balsamicoessig (süßlich, würzig), Zitronensaft (frisch, für Joghurt- und Kräuterdressings), Reisessig (mild, für Asia-Varianten)
- Emulgatoren und Binder: Dijon-Senf, mittelscharfer Senf, Joghurt, Mayonnaise, Tahini
- Würze: Salz, Pfeffer, Knoblauch (frisch oder getrocknet), Honig oder Ahornsirup, Sojasauce, Worcestershiresauce
- Kräuter: Frisch (Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Minze) oder getrocknet (Oregano, Thymian, Rosmarin). Frisch gibt mehr Aroma, getrocknet ist praktischer für Vorräte.
Rezept 1: Klassische Vinaigrette
Das Basisrezept, das sich endlos variieren lässt. Reicht für 4–6 Portionen.
- 1 EL Weißweinessig (oder Zitronensaft)
- ½ TL Dijon-Senf
- 1 kleine Knoblauchzehe, fein gerieben (optional)
- Salz und Pfeffer
- 2–3 EL Olivenöl oder Rapsöl
Zubereitung: Essig, Senf, Knoblauch, Salz und Pfeffer in ein Schraubglas geben und gut verrühren, bis das Salz sich aufgelöst hat. Öl dazugeben, Deckel drauf, kräftig schütteln. Probieren und mit mehr Essig (säuerlicher) oder mehr Öl (milder) anpassen.
Varianten: Mit 1 TL Honig süßlich-würzig; mit frisch gehackten Kräutern (Petersilie, Schnittlauch) zu einem Kräuterdressing; mit einem Spritzer Balsamicoessig statt Weißweinessig für mehr Tiefe.

Rezept 2: Joghurt-Kräuterdressing
Cremig, mild, ohne Mayonnaise. Passt zu Gurkensalat, Blattsalaten und als Dip für Rohkost. Reicht für 4–6 Portionen.
- 3 EL Naturjoghurt (3,5 % oder Vollfett für cremigere Konsistenz)
- 1 EL Zitronensaft
- 1 TL Olivenöl
- ½ TL Honig oder eine Prise Zucker
- 2 EL frische Kräuter, fein gehackt (Schnittlauch, Dill, Petersilie – oder eine Mischung)
- Salz und Pfeffer
- Optional: 1 kleine Knoblauchzehe, fein gerieben
Zubereitung: Alle Zutaten in einer Schüssel verrühren. Konsistenz prüfen – zu dick: etwas Wasser oder mehr Zitronensaft; zu dünn: mehr Joghurt. Vor dem Servieren mindestens 15 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen, damit die Kräuter ihr Aroma abgeben.
Rezept 3: Senf-Honig-Dressing
Würzig-süß, vielseitig – passt zu Blattsalaten, gegrilltem Gemüse und als Marinade. Reicht für 4–6 Portionen.
- 1 EL mittelscharfer Senf
- 1 TL Honig
- 1 EL Apfelessig
- 2 EL Olivenöl oder Rapsöl
- Salz und Pfeffer
Zubereitung: Senf, Honig und Apfelessig in einem Schraubglas verrühren. Öl dazugeben und schütteln. Der Senf emulgiert das Dressing – es bleibt deutlich länger stabil als eine Vinaigrette ohne Senf. Hält im Kühlschrank bis zu 1 Woche.
Rezept 4: Asia-Dressing mit Sesamöl
Für Nudelsalate, Wok-Gerichte, Gurken-Avocado-Salat oder als Marinade für Tofu. Reicht für 4 Portionen.
- 2 EL Sojasauce
- 1 EL Reisessig (oder Weißweinessig)
- 1 TL Sesamöl (geröstet – intensiver Geschmack, sparsam einsetzen)
- 1 TL Honig oder Ahornsirup
- ½ TL frischer Ingwer, fein gerieben (oder ¼ TL Ingwerpulver)
- 1 TL Rapsöl oder neutrales Pflanzenöl
- Optional: ½ TL Sesamkörner, 1 Frühlingszwiebel in feinen Ringen
Zubereitung: Alle Zutaten verrühren, Sesamkörner und Frühlingszwiebeln zuletzt dazugeben. Kein Schütteln nötig – dieses Dressing trennt sich kaum, weil Sojasauce und Honig die Konsistenz binden. Hält im Kühlschrank 4–5 Tage.
Aufbewahrung: Was wie lange hält

| Dressingtyp | Haltbarkeit Kühlschrank | Hinweis |
|---|---|---|
| Klassische Vinaigrette (Öl + Essig) | 1–2 Wochen | Vor jeder Verwendung schütteln; Knoblauch verkürzt die Haltbarkeit auf ca. 5 Tage |
| Senf-Honig-Dressing | 1 Woche | Gut emulgiert, bleibt länger stabil |
| Joghurt-Kräuterdressing | 3–5 Tage | Frische Kräuter verkürzen die Haltbarkeit; getrocknete Kräuter halten länger |
| Asia-Dressing (Sojabasis) | 4–5 Tage | Sesamöl kann nach einigen Tagen an Aroma verlieren |
| Mayonnaise-basierte Dressings | 2–3 Tage | Immer gut verschlossen kühlen; nicht mit dem Salat mischen und stehen lassen |
Schraubgläser und Marmeladengläser eignen sich hervorragend zur Aufbewahrung – sie sind lebensmitteltauglich, lassen sich gut beschriften (Datum mit Klebezettel) und ersetzen Plastikflaschen vollständig. Gläser vor dem ersten Befüllen mit kochendem Wasser ausspülen.
Reste und Kräuter sinnvoll verwenden

Wer frische Kräuter kauft und nicht alles aufbraucht, kann sie direkt ins Dressing verarbeiten – das verhindert Lebensmittelverschwendung und ergibt sofort ein fertiges Kräuterdressing. Übrig gebliebene Kräuter lassen sich auch fein hacken und in Eiswürfelformen mit etwas Wasser einfrieren – so hat man portionsweise Kräuter für Suppen, Saucen und Dressings auf Vorrat.
Dressings eignen sich auch als Marinade für Gemüse, Tofu oder Fisch – besonders das Senf-Honig-Dressing und das Asia-Dressing. Übrig gebliebene Vinaigrette kann mit etwas Brühe verlängert als leichte Sauce für gedünstetes Gemüse verwendet werden.
Wer saisonale Kräuter und Zutaten für Dressings einsetzen möchte, findet beim Artikel Frühling auf dem Teller eine gute Übersicht, was gerade in der Saison ist. Und wer Dressing-Reste oder angefangene Saucen sinnvoll in die nächste Mahlzeit einbauen möchte, findet in der Resteküche konkrete Ideen.
Selbstgemachte Dressings sind in wenigen Minuten fertig, halten sich im Kühlschrank mehrere Tage und brauchen keine Plastikflasche. Wer einmal verstanden hat, wie das Verhältnis von Säure und Öl funktioniert und was ein Emulgator bewirkt, kann ohne Rezept variieren – und findet schnell die eigenen Lieblingskombinationen.
Häufige Fragen
Letzte Aktualisierung am 2.08.2026 / Affiliate Links* / Bilder* von der Amazon Product Advertising API, ebenso Artikelbeschreibungen und Preise - keine Gewähr / Platzierung nach Amazonverkaufsrang


































